HKGR sagt Nein zur Ernährungsinitiative
Handelskammer und Arbeitgeberverband Graubünden (HKGR) empfiehlt ein Nein zur Ernährungsinitiative, über die am 27. September 2026 abgestimmt wird. Aus Sicht der HKGR führen die in der Initiative geforderten Bestimmungen zu weitreichenden staatlichen Eingriffen, höheren Kosten und zusätzlichem Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit.
Die Ernährungsinitiative verlangt, dass zur Festigung der Versorgungssicherheit künftig mindestens 70 Prozent der in der Schweiz konsumierten Lebensmittel im Inland hergestellt werden. Gleichzeitig gibt sie eine stärkere Ausrichtung der landwirtschaftlichen Produktion auf pflanzliche Lebensmittel vor. Die Ziele müssen innert 10 Jahren erreicht werden - die Umsetzung der Initiative würde daher weitreichende staatliche Eingriffe in Produktion, Verarbeitung und Konsum erfordern.
Mehr Staat und Regulierung, weniger unternehmerische Freiheit
Die Erhöhung der Selbstversorgung von heute rund 46 auf mindestens 70 Prozent würde grosse Umstellungen in Produktion und Verarbeitung verlangen. Die dafür nötigen staatlichen Eingriffe und Regulierungen schränken die unternehmerische Freiheit ein und lassen kaum Spielraum für Innovationen und Anpassungen an veränderte Marktbedingungen. Gleichzeitig würden zusätzliche handelspolitische Massnahmen den internationalen Handel weiter belasten. Gerade für eine sichere Lebensmittelversorgung ist die Schweiz jedoch auf funktionierende Handelsbeziehungen angewiesen.
Höhere Kosten schwächen Wettbewerbsfähigkeit
Die zusätzlichen Vorgaben und Regulierungen sowie die kurze Umsetzungsfrist würden einen massiven Anpassungs- und Investitionsdruck bei den Betrieben auslösen und die Umstellungen in Produktion und Verarbeitung zu hohen Kosten und einer Belastung der Wettbewerbsfähigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette führen. Gerade für Graubünden als Tourismus- und Grenzkanton wiegen solch zusätzliche Kosten besonders schwer.
Konsumfreiheit gerät unter Druck
Eine derart stärkere Ausrichtung auf pflanzliche Lebensmittel betrifft nicht nur die Produktion und Verarbeitung, sondern auch den Konsum. Für die Umsetzung der geforderten Ziele wären staatliche Eingriffe in Ernährungsgewohnheiten notwendig. Das schränkt die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten ein, da der Staat stärker Einfluss darauf nehmen muss, was produziert, angeboten und konsumiert wird.
Die HKGR empfiehlt den Stimmberechtigten deshalb am 27. September 2026 ein klares Nein zur Ernährungsinitiative. Eine sichere und nachhaltige Lebensmittelversorgung braucht wettbewerbsfähige und innovative Betriebe sowie verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen.
Für weitere Auskünfte:
Elia Lardi, Geschäftsführer Handelskammer und Arbeitgeberverband Graubünden
Email: lardi@hkgr.ch, Tel : 081 501 40 10