Unternehmensnachfolge: Früh planen lohnt sich
Eine erfolgreiche Übergabe braucht Zeit und eine sorgfältige Vorbereitung. Trotzdem wird die Planung im Unternehmensalltag oft lange aufgeschoben. Dabei ist das Thema gerade für Graubünden von grosser Bedeutung: Im Kanton gibt es mehr als 17'000 KMUs, in welchen und 67'000 Mitarbeitende beschäftigt sind. Davon stehen in den kommenden Jahren rund 2'400 vor einer Nachfolgereglung. Besonders betroffen sind Kleinst- und Kleinunternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitenden.
Wer sein Unternehmen eines Tages weitergeben möchte, sollte sich deshalb frühzeitig mit der Nachfolge beschäftigen. Denn neben der Zukunft des Betriebs geht es immer auch um die persönlichen Ziele und Bedürfnisse der bisherigen Inhabenden. Eine gute Nachfolgelösung sollte beides berücksichtigen.
Welche Form der Nachfolge passt?
Zunächst muss geklärt werden, wohin die Reise gehen soll. Denkbar sind beispielsweise eine familieninterne Übergabe, eine Beteiligung von Mitarbeitenden oder Übernahme durch Dritte, ein Verkauf oder Teilverkauf, eine Fusion oder – falls keine Nachfolge gelingt – eine Liquidation. Gerade bei Familienunternehmen spielen bei der Entscheidungsfindung neben wirtschaftlichen Überlegungen oft auch persönliche Erwartungen und Emotionen eine wichtige Rolle.
Ist die grundsätzliche Richtung geklärt, beginnt die konkrete Vorbereitung. Dazu gehört, das Unternehmen für die Übergabe fit zu machen. Entscheidend sind unter anderem Geschäftsmodell, Marktposition, Mitarbeiterstruktur und die wirtschaftliche Ausgangslage. Gleichzeitig gilt es, die finanziellen Möglichkeiten der Nachfolgenden sowie steuerliche und rechtliche Aspekte frühzeitig zu prüfen. Je nach Rechtsform können beim Verkauf erhebliche Steuerfolgen entstehen – etwa durch stille Reserven. Eine allfällige Umwandlung der Rechtsform sollte deshalb rechtzeitig geplant werden; bei einer Umwandlung von einer Einzelunternehmung in eine Kapitalgesellschaft gilt beispielsweise eine Sperrfrist von fünf Jahren, bevor Beteiligungen veräussert werden dürfen. Ein Grund mehr, rechtzeitig zu planen.
Die eigene Absicherung im Blick behalten
Auch die persönliche Finanzplanung der abgebenden Generation gehört dazu. Welche finanziellen Mittel werden nach der Übergabe benötigt? Wie lassen sich Einkommen und Vermögen langfristig sichern? Und wie verändert sich die eigene Vorsorgesituation? Die betriebliche und die private Perspektive sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden.
Entscheidend ist vor allem eines: genügend Zeit. Wer früh beginnt, kann verschiedene Möglichkeiten prüfen und den Übergang schrittweise gestalten, denn ein Nachfolgeprozess erfolgt meist in Etappen und erstreckt sich über mehrere Jahre. So können tragfähige Lösungen für das Unternehmen entstehen, die Nachfolgerinnen und Nachfolger sowie die abgebende Generation.
Mit Expertise zur passenden Lösung
Die GKB begleitet Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Nachfolgeplanung. Gemeinsam werden die betrieblichen und privaten Bedürfnisse analysiert und aufeinander abgestimmt, um eine individuell passende Nachfolgelösung zu entwickeln.