KMU-Exportstimmung: Stabile Stimmung trotz anhaltender Krisen

Unser Partner S-GE hat die Studie über die KMU-Exportstimmung für das zweite Halbjahr 2026 veröffentlicht. Die international tätigen Schweizer KMU blicken vorsichtig positiv auf die kommenden Monate. Die Exportstimmung hat sich seit Anfang Jahr kaum verändert und liegt weiterhin deutlich im Wachstumsbereich. Gleichzeitig bleibt die Weltlage herausfordernd: Der starke Franken führt die Sorgenliste an, der Nahost-Konflikt erhöht die Bedeutung von Energiepreisen und Lieferketten, während die US-Zölle aktuell etwas in den Hintergrund gerückt sind.


Mit 64.4 Punkten liegt die Exportstimmung der Schweizer KMU leicht höher als zum Jahresbeginn (63.5 Punkte) und damit weiterhin klar über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Das zeigt die halbjährliche Umfrage von Switzerland Global Enterprise unter international tätigen Schweizer KMU. Für die kommenden sechs Monate erwartet jedes zweite Unternehmen steigende Exporte. Auch für das Gesamtjahr 2026 gehen die Firmen mehrheitlich von einer positiven Entwicklung aus. Bemerkenswert ist diese stabile Ausgangslage vor allem deshalb, weil die geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen weiter zugenommen haben. Mit dem Konflikt im Nahen Osten ist ein zusätzlicher Belastungsfaktor hinzugekommen. Die Umfrageresultate deuten darauf hin, dass sich die Exportwirtschaft zunehmend mit diesem anspruchsvollen Umfeld arrangiert hat.

Nahost-Konflikt verändert die Sorgenlage

Die grösste Herausforderung für exportorientierte Schweizer KMU bleibt der starke Franken. 61% der befragten Unternehmen nennen Währungsrisiken als Belastung für die kommenden Monate. Dahinter zeigt sich jedoch ein gegenüber Januar deutlich verändertes Bild. So haben die Energie- und Rohstoffpreise sowie Unterbrüche in der Wertschöpfungskette stark an Bedeutung gewonnen. Beide Entwicklungen stehen in engem Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten und seinen Auswirkungen auf Energie- und Transportmärkte. Entsprechend breit ist die Betroffenheit: Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen geben an, von den Folgen des Konflikts negativ betroffen zu sein.

US-Zölle verlieren an Brisanz

Während der Nahost-Konflikt die Sorgenlage verändert, verlieren die US-Zölle etwas von ihrem Ausnahmecharakter. Die Auswirkungen auf den Geschäftsgang vieler Unternehmen bleiben zwar bestehen. Dennoch wird die US-Zollpolitik heute deutlich seltener als zentrale Herausforderung genannt als noch vor sechs Monaten. Dies deutet darauf hin, dass die anfängliche Verunsicherung nachgelassen hat und die Firmen zunehmend Wege finden, mit den neuen Rahmenbedingungen umzugehen. Dafür spricht auch die breite Palette an Gegenmassnahmen, die von Preisanpassungen über die Erschliessung neuer Märkte bis hin zu Anpassungen der Lieferketten reicht. Gleichzeitig prüfen immer mehr Schweizer Unternehmen eine stärkere lokale Präsenz im US-Markt: Inzwischen können sich 40% der Befragten einen derartigen Schritt vorstellen – mehr als doppelt so viele wie noch vor einem Jahr.

Exportmärkte bleiben stabil

In dieser von Unsicherheit geprägten Zeit zeigt sich die Wahl der Exportdestinationen weiterhin stabil. Während Europa insgesamt dominiert, bleibt Deutschland mit Abstand das wichtigste Zielland. Die USA sind nach wie vor der wichtigste aussereuropäische Absatzmarkt. Bei den neuen Märkten, die die Unternehmen erschliessen möchten, stehen dagegen vor allem asiatische Länder und Regionen im Fokus, wie Indien, Südkorea oder Japan.

Zur Medienmittelung von unserem Partner S-GE

Videostatements zur aktuellen Exportstimmung