KMU-Exportstimmung: Leichte Zuversicht in einem volatilen Umfeld

Unser Partner S-GE veröffentlicht die Studie über die KMU-Exportstimmung für das 1. Halbjahr 2026. Die Schweizer KMU blicken vorsichtig positiv auf das kommende Halbjahr. Zwar liegt die Exportstimmung wieder klar über der Wachstumsschwelle, doch bleibt das internationale Umfeld von hoher Unsicherheit geprägt. Entlastung bringt insbesondere die Senkung der US-Zölle, während Freihandelsabkommen für viele Unternehmen an Bedeutung gewinnen und zusätzliche Perspektiven eröffnen.

Mit 63.5 Punkten zeigt die Exportstimmung der Schweizer KMU eine leichte Erholung und liegt wieder klarer über der Wachstumsschwelle als noch vor sechs Monaten. 57.2% der Unternehmen rechnen im ersten Halbjahr 2026 mit einer Zunahme der Exporte, 26.9% erwarten eine Stagnation und lediglich 15.9% gehen von einer Abnahme aus. Für das Gesamtjahr 2026 fällt die Einschätzung sogar noch etwas positiver aus. Erhoben wird die Exportstimmung von unserem Partner Switzerland Global Enterprise im Rahmen einer halbjährlichen Umfrage unter international tätigen Schweizer KMU.

Trotz der verbesserten Stimmung deutet wenig auf eine nachhaltige Trendwende hin. Vier von fünf Unternehmen rechnen lediglich mit geringfügigen Veränderungen ihres Exportvolumens im Bereich von +/-10%. Die Exportstimmung setzt damit den seit 2022 beobachtbaren Zickzack-Kurs fort, der die anhaltende Volatilität der Weltwirtschaft und die Unberechenbarkeit der weltpolitischen Rahmenbedingungen widerspiegelt.

US-Zölle bleiben prägend

Eine zentrale Rolle spielt dabei die US-Zollpolitik. Die Senkung der US-amerikanischen Importzölle für die Schweiz von zwischenzeitlich 39% auf 15% wenige Tage vor der Umfrage wirkt spürbar entlastend und trägt wesentlich zur verbesserten Einschätzung bei. Gleichzeitig zeigt der Rückblick auf das vergangene Halbjahr, dass sich die Exporte trotz der zwischenzeitlich massiv erhöhten Zölle überraschend robust entwickelt haben.

Dennoch bleiben die US-Zölle ein zentrales Thema für die Schweizer Exportwirtschaft. Neun von zehn Exportunternehmen sind davon betroffen, und drei von fünf Unternehmen sehen sich zu Anpassungen veranlasst – etwa durch Margen- und Preisanpassungen oder durch die verstärkte Prüfung alternativer Absatzmärkte. Für immer mehr Unternehmen gewinnt zudem die Frage an Bedeutung, ob eine stärkere lokale Präsenz im US-Markt sinnvoll ist.

Freihandelsabkommen und bewährte Märkte im Fokus

Zunehmend an Bedeutung gewinnen in diesem Umfeld Freihandelsabkommen. Bereits heute profitieren rund zwei Drittel der Unternehmen von mindestens einem Abkommen. Viele KMU erwarten zudem zusätzliche Impulse aus kürzlich in Kraft getretenen und geplanten Freihandelsabkommen, insbesondere mit Blick auf Indien: Jedes zweite Unternehmen rechnet damit, vom entsprechenden Freihandelsabkommen zu profitieren. Gleichzeitig zeigt sich, dass weiterhin Informations- und Unterstützungsbedarf besteht, damit Schweizer KMU das Potenzial dieser Abkommen noch besser nutzen können.

Bei den Exportmärkten zeigt sich eine hohe Stabilität. Deutschland bleibt der mit Abstand beliebteste Absatzmarkt, gefolgt von Italien und Frankreich. Auch die USA bleiben für mehr als die Hälfte der Schweizer KMU ein zentraler Exportmarkt. Insgesamt setzen die Unternehmen in einem unsicheren Umfeld weiterhin stark auf bewährte Destinationen.

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