Graubünden Works: Gemeinsam Fachkräfte gewinnen – und halten

Der Arbeits- und Fachkräftemangel bleibt die grösste Herausforderung der Bündner Wirtschaft. Mit dem Projekt «Graubünden Works» wollen die Dachorganisationen der Wirtschaft Graubünden (DWGR) gemeinsam mit Unternehmen, Gemeinden und Regionen gezielt Zuzüger für den Kanton gewinnen.


Graubünden besonders betroffen

Auch wenn sich die Lage zuletzt leicht entspannt hat: Der Fachkräftemangel ist für Graubünden ein strukturelles Problem. In der Mitgliederumfrage 2026 der DWGR wurde er erneut als grösste Herausforderung genannt, besonders in Industrie, Gewerbe, Bau, Dienstleistungen und im Gesundheitswesen. Gemäss dem Wirtschaftsforum Graubünden könnten bis 2040 ohne Gegenmassnahmen rund 30'000 Stellen unbesetzt bleiben. Der Fachkräfteindex weist für Graubünden den höchsten Mangel aller gemessenen Regionen der Schweiz aus. Gleichzeitig sinkt durch den ausgeprägten demografischen Wandel das Angebot an Arbeitskräften im Kanton.

Ein Zuzug ist mehr als ein Jobwechsel

Wer nach Graubünden zieht, entscheidet sich nicht nur für eine Stelle, sondern für einen neuen Lebensmittelpunkt – oft für die ganze Familie. Wohnungssuche, Kinderbetreuung, Behördengänge, Anschluss im Dorf: Ob jemand kommt und bleibt, hängt davon ab, dass viele Faktoren zusammenspielen. Und solche Entscheide sind selten rein rational. Sicherheit, Zugehörigkeit und die Angst vor Veränderung spielen eine ebenso grosse Rolle wie Lohn und Karriere.

Hier setzt «Graubünden Works» an. Das Projekt bildet den gesamten Weg von Zuzügern ab, von der ersten Inspiration über die Bewerbung und das Ankommen bis zum Alltag und zur langfristigen Bindung. Entlang dieser sogenannten Zuzüger-Journey wird sichtbar, wo Graubünden bereits überzeugt und wo Hürden liegen.

Was einzelne nicht schaffen, gelingt gemeinsam

Kein Betrieb, keine Gemeinde und keine Region kann diese Aufgabe allein lösen. Deshalb bringt «Graubünden Works» Unternehmen, Verbände, Gemeinden und Regionen an einen Tisch. Bis Mitte 2027 werden bestehende Ideen gesammelt, Bedürfnisse erfragt und in Workshops neue Massnahmen entwickelt, wissenschaftlich begleitet von der Fachhochschule Graubünden. Ab 2028 werden die vielversprechendsten Massnahmen im Bündner Rheintal, im Prättigau und in Davos erprobt. Was sich bewährt, soll später dem ganzen Kanton zugutekommen.

Breit abgestützt

Getragen wird das Projekt von den Dachorganisationen der Wirtschaft Graubünden (Bündner Gewerbeverband, Handelskammer und Arbeitgeberverband Graubünden, HotellerieSuisse Graubünden). Unterstützt wird es im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) von Bund und Kanton. 

Das Ziel ist klar: Graubünden gewinnt Menschen, nicht nur Fachkräfte.

Weitere Informationen zum Projekt sowie zur aktuellen Phase 1 finden Sie hier: https://www.grworks.ch/